Automatisierung mit Struktur
Warum die VGB-Richtlinie der Schlüssel für moderne Software in der Industrie ist
Die industrielle Automatisierung steht an einem Wendepunkt.
Während Softwareentwicklung in vielen Branchen längst auf Modularität, Wiederverwendbarkeit und klare Architekturen setzt, arbeiten viele Automatisierungsprojekte noch immer mit historisch gewachsenen, herstellerspezifischen Lösungen.
Gerade im Mittelstand führt das zu steigender Komplexität, Abhängigkeiten und unnötigen Kosten.
Ein oft unterschätzter Ansatz zur Lösung dieser Herausforderungen ist die VGB-Richtlinie (VGBe-S-170).
Was steckt hinter der VGB-Richtlinie?
Die VGB-Richtlinie wurde ursprünglich für die Kraftwerksleittechnik entwickelt – also für Anlagen, bei denen Verfügbarkeit, Sicherheit und Stabilität oberste Priorität haben.
Ihr zentraler Gedanke ist dabei überraschend modern:
Automatisierung wird nicht über Systeme definiert – sondern über Funktionen.
- Software wird systemneutral beschrieben
- Prozesse werden in standardisierten Funktionsplänen abgebildet
- Die Logik ist verständlich für Verfahrenstechnik, Betrieb und Software gleichermaßen
Der entscheidende Unterschied zur klassischen Automatisierung
- Jede Anlage wird neu gedacht
- Jede Steuerung ist herstellerspezifisch
- Software ist schwer wiederverwendbar
- Know-how steckt im Code – nicht im System
- hohen Engineering-Aufwänden
- langen Inbetriebnahmen
- schwieriger Wartung
Die VGB-Richtlinie geht einen anderen Weg: Standardisierung statt Individualprogrammierung
VGB als „Software-Architektur" für die Industrie
Was die VGB-Richtlinie besonders spannend macht:
Sie ist im Kern nichts anderes als eine klare Softwarearchitektur für industrielle Prozesse.
- Prozesse werden in Funktionsbausteinen beschrieben
- Klare Trennung von Messung, Steuerung und Regelung
- Keine Vermischung von Logik und Hardware
- Einzelleitebene (Feld / Sensorik / Aktorik)
- Gruppenleitebene (Funktionsgruppen)
- Blockleitebene (Gesamtprozess)
- Module
- Services
- Systemarchitektur
- Keine Bindung an Hersteller (Siemens, ABB, etc.)
- Übertragbarkeit auf verschiedene Systeme
- Zukunftssichere Investition
Vorteile für den Mittelstand
Gerade für mittelständische Unternehmen bietet dieser Ansatz enorme Potenziale.
- schnellere Projektierung
- weniger Abstimmungsaufwand
- klar definierte Schnittstellen
- Vendor Lock-in
- fehlender Flexibilität
- steigenden Lizenzkosten
- bleibt die Logik unabhängig
- kann das System gewechselt werden
- wird Know-how im Unternehmen aufgebaut
- schnellere Fehlersuche
- verständliche Programme
- geringere Stillstandszeiten
- auf andere Anlagen übertragen werden
- standardisiert weiterentwickelt werden
- als Bibliotheken genutzt werden
- 99,95 % Verfügbarkeit
- Redundanzkonzepte
- klare Überwachungsfunktionen
- stabilere Prozesse
- weniger ungeplante Stillstände
- höhere Wirtschaftlichkeit
Warum das Thema heute relevanter ist denn je
- Fachkräftemangel
- steigende Energiepreise
- zunehmende Komplexität
- Digitalisierung und Vernetzung
- robust sind
- verständlich bleiben
- langfristig funktionieren
Fazit: Alte Richtlinie – moderner Ansatz
- weniger Abhängigkeiten
- mehr Struktur
- bessere Wirtschaftlichkeit
Das ist die ENGINNXT Perspektive
sondern strukturiert, nachvollziehbar und zukunftssicher.